Phase 02 / 08 TRANSFORM

Plan

Von der Roadmap zum steuerbaren Transformationsprogramm

Die Plan-Phase überführt die strategische Roadmap in ein steuerbares Programm: Wertströme werden in Releases und Iterationen sequenziert, Kapazitäten und Skills geplant, Risiken bewirtschaftet und der Erfolgsnachweis über OKRs und Wertkennzahlen verankert.

Einordnung der Phase im TRANSFORM-Vorgehensmodell

Vorgehensmodell

Ergebnis ist ein beschlossener Programmplan mit Release-Schnitten, Kapazitäts- und Skillplan, Risikoregister und einem messbaren Zielsystem (OKRs), gegen das jede Folgephase berichtet.

Programmarchitektur
Priorisierung & Sequenzierung
Kapazitäts- & Skillplanung
Risiko- & Abhängigkeitsmanagement
Zielsystem & Berichtswesen
1

Programmarchitektur

Zuschnitt des Programms in Wertströme, Epics und Releases; Definition der Liefertaktung (Program Increments) und der Synchronisationspunkte zwischen agentischen und klassischen Lieferstrecken.

2

Priorisierung & Sequenzierung

Ökonomische Priorisierung der Epics mittels Weighted Shortest Job First (WSJF) und Cost of Delay; Auflösung technischer und fachlicher Abhängigkeiten.

3

Kapazitäts- & Skillplanung

Planung von Beratungs-, Kunden- und Agentenkapazität je Release; Ableitung des Skill-Aufbaupfads (u. a. Agent Orchestration, Prompt- und Kontext-Engineering).

4

Risiko- & Abhängigkeitsmanagement

Systematische Identifikation, Bewertung und Bewirtschaftung von Programm-Risiken nach ISO 31000; Referenzklassenprognosen gegen den Planungsoptimismus.

5

Zielsystem & Berichtswesen

Operationalisierung des Business Case in OKRs und Wertkennzahlen; Aufsetzen des datengetriebenen Programm-Reportings auf Basis der Scope-Baselines des Estimation Managers.

Methodik-Mix

Programmarchitektur, Kapazitäten und Risikosteuerung

MethodeEinsatzzweck im TRANSFORM-KontextReferenz
Scaled Agile Framework (SAFe) — ElementeProgram Increments, PI-Planning und Value-Stream-Organisation als Taktgeber des Programms; von ReqPOOL auf agentische Lieferstrecken adaptiert.Scaled Agile Inc.
WSJF / Cost of DelayÖkonomische Priorisierung der Epics nach Verzögerungskosten und Durchlaufzeit; Grundlage der Release-Sequenzierung.Reinertsen (2009)
OKR (Objectives & Key Results)Verbindung von Transformationszielen und messbaren Ergebnissen; Quartalstakt der Zielüberprüfung im Programm.Doerr (2018)
ISO 31000 RisikomanagementRahmenwerk für Identifikation, Bewertung und Behandlung von Programmrisiken inklusive KI-spezifischer Risiken.ISO 31000:2018
ReferenzklassenprognoseKorrektur des Planungsoptimismus durch Außenperspektive auf vergleichbare Programme; empirisch fundierte Aufwands- und Terminschätzung.Flyvbjerg (2014)
PMBOK Guide — TailoringSelektive Anwendung klassischer Projektmanagement-Praktiken (Stakeholder, Beschaffung, Verträge) im agilen Programmrahmen.PMI (2021)

Plattform-Unterstützung

ReqPOOL Suite: Estimation Manager (Schätzen · Scopen · Steuern)

7-Parameter-Schätzung

IFPUG-konforme Function-Point-Schätzung aus Masken, Anwendungsfällen, Geschäftsobjekten, Schnittstellen, zeitgesteuerten Abläufen, Sprachen und Rollen — Aufwand, Kosten und Phasenverteilung in Minuten statt Tagen.

Varianten- & Szenariovergleich

Klassisch, agil und agentisch (KI-entwickelt) im direkten Vergleich — inkl. Token-Verbrauch, Best-/Expected-/Worst-Bandbreiten und Kosten je Projektphase als Grundlage der Release- und Kapazitätsplanung.

Scope Planning Sessions

Versionierte Scope-Snapshots mit Baseline-Vergleich; Scope-Veränderungen und ihre Kostenwirkung werden über die Laufzeit messbar und grafisch nachvollziehbar.

KI-generiertes Scope-Dokument

Vollständige Projektcharta (Ziele, Scope-Parameter, Function Points, Kosten, Annahmen, Out-of-Scope, Freigabeblock) — editierbar, als PDF und DOCX.

Change Requests & Audit-Trail

Scope-Änderungen als eigene, bewertete Dokumente; Rollenrechte, Audit-Trail und eingefrorene Berechnungsgrundlagen je Snapshot.

Best Practices der Plattformnutzung

  • Scope-Baseline vor jedem Program Increment einfrieren; jede Abweichung als Change Request mit Function-Point- und Kosten-Delta erfassen.
  • Schätzparameter im Workshop mit Fachbereich und IT kalibrieren — KI-Vorschläge nie ungeprüft übernehmen.
  • Kapazitätsplanung auf der Expected-Variante aufsetzen und Risikopuffer aus der Worst-Case-Bandbreite ableiten.
  • Das Scope-Dokument als Projektcharta vom Lenkungsausschuss freigeben lassen (Gate: Scope baselined).
  • OKRs auf maximal fünf Objectives pro Quartal begrenzen und Key Results aus dem Business Case ableiten, nicht neu erfinden.

Artefakte & Ergebnisse

  • Programmarchitektur mit Release- und PI-Struktur
  • Priorisiertes Epic-Backlog (WSJF) mit Abhängigkeitsgraph
  • Kapazitäts- und Skillplan
  • Risikoregister nach ISO 31000
  • OKR-Zielsystem mit Baseline-Messwerten

Quality Gate — Plan

Der Übergang in die Folgephase erfolgt über ein formales Quality Gate (Go/No-Go). Die Gate-Kriterien werden im Gate-Review dokumentiert und vom Engagement Lead freigegeben.

  • Programmplan von Lenkungsausschuss beschlossen
  • Kapazitäten für das erste Release verbindlich zugesagt
  • Top-Risiken mit Maßnahmen und Ownern hinterlegt
  • OKRs mit Baseline-Messwerten versehen

Wissenschaftliche Vertiefung

Reinertsen: The Principles of Product Development Flow

Ökonomische Fundierung von WSJF, Warteschlangen und Batch-Größen in der Produktentwicklung.

https://reinertsenassociates.com/books/
Flyvbjerg: What You Should Know About Megaprojects and Why (PMJ 2014)

Empirie zu Kosten- und Terminüberschreitungen; Grundlage der Referenzklassenprognose.

https://doi.org/10.1002/pmj.21409
Scaled Agile Framework — Knowledge Base

Referenz für PI-Planning, Value Streams und Lean Portfolio Management.

https://framework.scaledagile.com/
ISO 31000:2018 Risk Management

Internationale Norm für Risikomanagement-Rahmenwerke und -Prozesse.

https://www.iso.org/iso-31000-risk-management.html
PMI: PMBOK Guide

Standardwerk des Projektmanagements; Tailoring-Grundlage für den Programmrahmen.

https://www.pmi.org/standards/pmbok

Best-Practice-Anleitung: Phase Plan

Kompakte Checkliste mit Vorgehensmodell, Methodik-Mix und Plattform-Best-Practices für den Einsatz im Engagement.

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