Plan
Von der Roadmap zum steuerbaren Transformationsprogramm
Die Plan-Phase überführt die strategische Roadmap in ein steuerbares Programm: Wertströme werden in Releases und Iterationen sequenziert, Kapazitäten und Skills geplant, Risiken bewirtschaftet und der Erfolgsnachweis über OKRs und Wertkennzahlen verankert.
Einordnung der Phase im TRANSFORM-Vorgehensmodell
Vorgehensmodell
Ergebnis ist ein beschlossener Programmplan mit Release-Schnitten, Kapazitäts- und Skillplan, Risikoregister und einem messbaren Zielsystem (OKRs), gegen das jede Folgephase berichtet.
Programmarchitektur
Zuschnitt des Programms in Wertströme, Epics und Releases; Definition der Liefertaktung (Program Increments) und der Synchronisationspunkte zwischen agentischen und klassischen Lieferstrecken.
Priorisierung & Sequenzierung
Ökonomische Priorisierung der Epics mittels Weighted Shortest Job First (WSJF) und Cost of Delay; Auflösung technischer und fachlicher Abhängigkeiten.
Kapazitäts- & Skillplanung
Planung von Beratungs-, Kunden- und Agentenkapazität je Release; Ableitung des Skill-Aufbaupfads (u. a. Agent Orchestration, Prompt- und Kontext-Engineering).
Risiko- & Abhängigkeitsmanagement
Systematische Identifikation, Bewertung und Bewirtschaftung von Programm-Risiken nach ISO 31000; Referenzklassenprognosen gegen den Planungsoptimismus.
Zielsystem & Berichtswesen
Operationalisierung des Business Case in OKRs und Wertkennzahlen; Aufsetzen des datengetriebenen Programm-Reportings auf Basis der Scope-Baselines des Estimation Managers.
Methodik-Mix
Programmarchitektur, Kapazitäten und Risikosteuerung
| Methode | Einsatzzweck im TRANSFORM-Kontext | Referenz |
|---|---|---|
| Scaled Agile Framework (SAFe) — Elemente | Program Increments, PI-Planning und Value-Stream-Organisation als Taktgeber des Programms; von ReqPOOL auf agentische Lieferstrecken adaptiert. | Scaled Agile Inc. |
| WSJF / Cost of Delay | Ökonomische Priorisierung der Epics nach Verzögerungskosten und Durchlaufzeit; Grundlage der Release-Sequenzierung. | Reinertsen (2009) |
| OKR (Objectives & Key Results) | Verbindung von Transformationszielen und messbaren Ergebnissen; Quartalstakt der Zielüberprüfung im Programm. | Doerr (2018) |
| ISO 31000 Risikomanagement | Rahmenwerk für Identifikation, Bewertung und Behandlung von Programmrisiken inklusive KI-spezifischer Risiken. | ISO 31000:2018 |
| Referenzklassenprognose | Korrektur des Planungsoptimismus durch Außenperspektive auf vergleichbare Programme; empirisch fundierte Aufwands- und Terminschätzung. | Flyvbjerg (2014) |
| PMBOK Guide — Tailoring | Selektive Anwendung klassischer Projektmanagement-Praktiken (Stakeholder, Beschaffung, Verträge) im agilen Programmrahmen. | PMI (2021) |
Plattform-Unterstützung
ReqPOOL Suite: Estimation Manager (Schätzen · Scopen · Steuern)
7-Parameter-Schätzung
IFPUG-konforme Function-Point-Schätzung aus Masken, Anwendungsfällen, Geschäftsobjekten, Schnittstellen, zeitgesteuerten Abläufen, Sprachen und Rollen — Aufwand, Kosten und Phasenverteilung in Minuten statt Tagen.
Varianten- & Szenariovergleich
Klassisch, agil und agentisch (KI-entwickelt) im direkten Vergleich — inkl. Token-Verbrauch, Best-/Expected-/Worst-Bandbreiten und Kosten je Projektphase als Grundlage der Release- und Kapazitätsplanung.
Scope Planning Sessions
Versionierte Scope-Snapshots mit Baseline-Vergleich; Scope-Veränderungen und ihre Kostenwirkung werden über die Laufzeit messbar und grafisch nachvollziehbar.
KI-generiertes Scope-Dokument
Vollständige Projektcharta (Ziele, Scope-Parameter, Function Points, Kosten, Annahmen, Out-of-Scope, Freigabeblock) — editierbar, als PDF und DOCX.
Change Requests & Audit-Trail
Scope-Änderungen als eigene, bewertete Dokumente; Rollenrechte, Audit-Trail und eingefrorene Berechnungsgrundlagen je Snapshot.
Best Practices der Plattformnutzung
- Scope-Baseline vor jedem Program Increment einfrieren; jede Abweichung als Change Request mit Function-Point- und Kosten-Delta erfassen.
- Schätzparameter im Workshop mit Fachbereich und IT kalibrieren — KI-Vorschläge nie ungeprüft übernehmen.
- Kapazitätsplanung auf der Expected-Variante aufsetzen und Risikopuffer aus der Worst-Case-Bandbreite ableiten.
- Das Scope-Dokument als Projektcharta vom Lenkungsausschuss freigeben lassen (Gate: Scope baselined).
- OKRs auf maximal fünf Objectives pro Quartal begrenzen und Key Results aus dem Business Case ableiten, nicht neu erfinden.
Artefakte & Ergebnisse
- Programmarchitektur mit Release- und PI-Struktur
- Priorisiertes Epic-Backlog (WSJF) mit Abhängigkeitsgraph
- Kapazitäts- und Skillplan
- Risikoregister nach ISO 31000
- OKR-Zielsystem mit Baseline-Messwerten
Quality Gate — Plan
Der Übergang in die Folgephase erfolgt über ein formales Quality Gate (Go/No-Go). Die Gate-Kriterien werden im Gate-Review dokumentiert und vom Engagement Lead freigegeben.
- Programmplan von Lenkungsausschuss beschlossen
- Kapazitäten für das erste Release verbindlich zugesagt
- Top-Risiken mit Maßnahmen und Ownern hinterlegt
- OKRs mit Baseline-Messwerten versehen
Wissenschaftliche Vertiefung
Ökonomische Fundierung von WSJF, Warteschlangen und Batch-Größen in der Produktentwicklung.
Empirie zu Kosten- und Terminüberschreitungen; Grundlage der Referenzklassenprognose.
Referenz für PI-Planning, Value Streams und Lean Portfolio Management.
Internationale Norm für Risikomanagement-Rahmenwerke und -Prozesse.
Standardwerk des Projektmanagements; Tailoring-Grundlage für den Programmrahmen.
Best-Practice-Anleitung: Phase Plan
Kompakte Checkliste mit Vorgehensmodell, Methodik-Mix und Plattform-Best-Practices für den Einsatz im Engagement.
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